Portugals Westküste mit Fahrrad – Teil 3

         

Von Thomas | Aktivreisen

Aug 01

Was dieses Land und seine Menschen so zu bieten haben

Portugals Westküste mit Fahrrad Teil 3 - Land und Leute

​Viele hatten uns vorher Portugal als ein super Reiseland geschildert, aber es ist ja gut eigene Erfahrungen zu machen. Wenn wir es zusammenfassen wollen, dann sagen wir - Dieser Urlaub in Portugal war ein ganz besonderer Urlaub.

Wir haben uns in diesen Lande extrem wohl, sicher und willkommen gefühlt. Danke Portugal! Dazu beigetragen hat Vieles - die Menschen - deren Lockerheit, die Bereitschaft zu kommunizieren - die Einfachheit, mit sich alles regeln lies - die Landschaft - das Wetter - auch die Preise in allen Bereichen.

Die Portugiesen

​Du bekommst jetzt keine Statistiken, aus welchen Volksgruppen sich "die Portugiesen" zusammensetzen. Das hat uns auch nicht wirklich interessiert. Wir wollen dir nur gern rüber bringen, weshalb die Menschen hier soviel zum Gelingen der Reise beigetragen haben.

Das erste Aha-Erlebnis war die Polizei am Flughafen. Nach Entgegennahme unseres Gepäcks haben wir auf der Wiese vor dem Flughafen die Räder zusammen gebaut und mit dem Gepäck komplettiert. Bevor wir uns versehen konnten, waren wir umringt von portugiesischer Sicherheit in Form von 3 Polizisten. Da sie ein gutes Englisch sprachen, waren wir schnell im Gespräch. Woher - Wohin - Wie lange - Das erste Mal hier? usw.

Wir bekamen coole Tipps zum Land und zur Strecke, die wir fahren wollten. Einer der Polizisten outete sich als Fahrradfreek, was sich sogleich als Vorteilhaft herausstellte, denn ein Teil der Sattelstützenhalterung hatte den Geist aufgegeben. Er konnte uns das nächstgelegene Fahrradgeschäft nennen.

Kennst du auch das Gefühl, wenn du in einem Land unterwegs bist, dessen Sprache du einfach nur NULL verstehst geschweige denn sprichst.  Kannst du etwas Englisch? Dann kann ich dich in Bezug auf Portugal komplett beruhigen...

Ein wirklich coole Aha-Erlebnis war in ganz Portugal die Tatsache, dass sehr viele Portugiesen aller Altersstufen ein sehr gutes Englisch sprechen und auch bereitwillig anwenden.

Dieses Gefühl, mit allen Menschen unkompliziert reden zu können, hat uns die gesamte Reise begleitet. Du kannst dir vorstellen, dass dies den Aufenthalt in einem fremden Land ungemein erleichtert.

Was uns wirklich ungemein gefreut hat, mit welcher Aufmerksamkeit die Leute sich uns zugewendet haben. Wir haben erlebt, wie ein Ladeninhaber seinen halben Laden "umgegraben"​ hat, nur um für uns etwas zu finden, was dann 1,50 Euro gekostet hat. Und weißt du was - Er hatte Spaß daran und wir auch.

Als Fahrradfahrer, das kennst du sicher, bist du nicht überall willkommen oder gar beliebt. Auf den Straßen von Portugal haben wir uns sicher gefühlt. Egal ob auf den kleinen Landstraßen, auf den Fernverkehrsstraßen und sogar auf der Autobahn - ja, echt, wir sind Autobahn mit dem Rad gefahren - haben wir uns sicher gefühlt. Nicht dass es auch schnelle Portugiesen gäbe, nein, insgesamt haben sie Rücksicht auf uns genommen.​

Unerwartete Begegnungen​

Wie überall in fernen und näheren Ländern triffst du interessante Menschen.

Kati hatte sich wohl durch den sehr kalten Wind recht heftig erkältet und das schon am vierten Tag. Das ging einher mit Kopf- und Gliederschmerzen und leichtem Fieber. Da fährt es sich nicht so optimal. Also haben wir den 5. Tag​ als Ruhetag eingelegt und nur eine kleine Wanderung gemacht.

Auf dem Campingplatz stand bei unserer Rückkehr ein Campermobil aus Österreich. Klar kamen wir sofort ins Gespräch und so erzählte Kati auch von ihrer Befindlichkeit. Sofort wurden wir, besonders Kati der Fürsorge von Inge. Inge stammte aus Österreich und war 62 Jahre alt. In Österreich konntest du wohl noch vor wenigen Jahren frühzeitig in (Früh-) Rente gehen. Inge war nun schon 5 Jahre mit ihrem Wohnmobil in Europa unterwegs. Die kalten Monate verbringt sie in den südlichen Ländern und im Sommer ist sie für ein paar Tage in Österreich und Deutschland, um Familie und Freunde zu besuchen. Sie verfügte über ein gutes Wissen zur Homöopathie und eine entsprechende Reiseapotheke. Mit ihrer Kügelchen war Kati innerhalb eines Tage wieder auf dem Posten und wir konnten weiterfahren. Danke Inge!​

Portugals Westküste mit dem Fahrrad - Camping-Aljazur-Inge

Einer der schönsten Orte der Algarve war für uns Alvor. Der Campingplatz war sehr gut, so dass wir 3 Tage geblieben sind. Genau uns gegenüber stand ein riesiger Wohnwagen, den du wahrscheinlich nicht an deinem Pkw haben würdest wollen. Was uns gewundert hat, die Bewohnerin war eigentlich immer da, zumindest, wenn wir da waren.

Am zweiten Abend kamen wir ins Gespräch​ mit der netten Dame aus Amsterdam. Sie hatte überall in ihrem Wohnwagen Naturmaterialien und irgendwelche Werkzeuge für kleine Dinge herumliegen. Ihre Geschichte hat uns beeindruckt.

Portugal - Magic-Beach bei Alvor

Magic-Beach bei Alvor

Der Einfachheit halber spreche ich hier nur von Beata. Beata stammt aus Amsterdam und ​verbringt auch den wärmeren Teil des Jahres in ihrer Heimat. Die längste Zeit ist sie schon seit Jahren auf dem Campingplatz in Alvor in ihrem Wohnwagen.

Als einer der Top-Fotografen von National Geografic war sie früher sehr viel im Ausland unterwegs. Termine, Zeitdruck, dauernder Wechsel der Zeit- und Klimazonen hatten ihr Immunsystem gen​ Null gefahren. In Afrika ist sie dann ein einem einfachen Mückenstich fast gestorben.

Zweite Chance, kompletter Ausstieg aus dem "normalen" Leben brachte die knapp 50 Jährige im Urlaub nach Alvor in Portugal. Und hier ist sie "hängengeblieben". Was macht ein Starfotograf eines Geo-Magazins auf einem Campingplatz in der absoluten Provinz?​

Das ist "ganz einfach". Beata besann sich auf ihre handwerklichen Fertigkeiten und ihre Liebe zu Natur und zu Details. Heute fertigt sie gut absetzbaren Schmuck aus kleinsten natürlichen Materialien wie z.B. kleinen getrockneten Blüten, die sie in ein spezielles Harz eingießt. Das Ganze wird poliert, mit einer Kette versehen und fertig ist ein absolutes Unikat, was sich auch noch gut verkaufen lässt.

Wäre dies ein Leben für dich? Keine Ahnung. Meine Vermutung ist nur, ohne diesen kompletten Bruch mit dem alten Leben, wäre es vielleicht ganz anders gekommen.

Meine ganz persönliche Erkenntnis aus dem super netten Gespräch - Du kannst dich und dein Leben IMMER und JEDERZEIT ändern - WENN DU ES NUR WILLST!​

Einkaufen, Campen und anderes Bezahldinge

Lebensmittel​

​Da Portugal den Euro hat ist alles, was mit Geld zu tun hat sehr einfach für dich. Dadurch konnten wir auch sehr gut die Preise, also das Preis-Leistungsverhältnis überblicken.

Die normalen Lebenshaltungskosten (für uns Lebensmittel, Cafe und so etwas)​ sind nicht wirklich unterschiedlich zu denen in Deutschland. Portugal ist kein Billigreiseland. In den Supermärkten zahlst du zum Teil höhere Preise, als in den deutschen Pedants. Günstiger kaufst du in den Kooperativen, die in fast allen Städten und größeren Ortschaften zu finden sind. Besonders Obst und Gemüse, sowie landestypische Leckereien (Oliven, Feigen, Fisch...) waren dort recht preiswert und qualitativ hochwertig.

Zu Beginn der Tour waren wir erstaunt, dass es in vielen kleineren Lebensmittelläden so wenig Obst und Gemüse gibt. Klar, Tomaten​, Gurken und Zwiebeln bekommst du immer und überall. Aber mehr eher kaum.

Camping​

Bis auf die Besonderheit, dass​ du in Portugal keine Campingplätze direkt am Meer findest, waren wir super zufrieden mit den Möglichkeiten.

Der alte Narr - Camping im Zelt

Ein Tipp - Bist du mit einem kleinen Zelt mit leichtem Boden unterwegs, dann nimm auf jeden​ Fall eine Zeltunterlage mit. Der Boden ist immer ohne Gras, oft steinig oder voller Nadeln, so dass dein Zelt innen wie ein Stachelschwein aussieht. Auch eine Thermarestmatte, die vor dem Zelt auf den blanken Boden gelegt wird, hat anschließend eine kaputte "Lunge"

Alle Campingplätze hatten gute bis sehr gute sanitäre Anlagen, wo du keinen Stress mit Sauberkeit haben musst. Auf vielen Plätzen gab es sogar Toilettenpapier.

Die Duschen waren meist in der Platzgebühr enthalten.

Wir haben für die Campingplätze zwischen 6 und 12 Euro für ein kleines Zelt und zwei Personen gezahlt. Der schlechteste Platz in Lissabon kostetet 19 Euro...​

Restaurants und Cafés​

Unterwegs im Land waren wir waren wir nur einmal im Restaurant zum Essen. Das war in ​Salema, einem bekannten Urlaubsort am Meer. Die Fisch-Gaststätte direkt am Ufer hatte nach unserer Meinung sehr vernünftige Preise. Mit Vorspeise, Hauptgericht und einem Nachtisch, sowie Getränken haben wir keine 30 Euro gezahlt.

Was wir sehr oft genutzt haben, waren die Cafés an der Strecke. Der leckere Cappuccino​ hat in einer kleinen Tasse etwa 1,80 Euro gekostet. Was wir super fanden - Die Portugiesen gehen auf dem Weg zur Arbeit sehr oft am Café vorbei, trinken einen Cappuccino und pilgern dann weiter.

Portugal - Bäckerfrühstück

Bäckerfrühstück

Ein paar Mal haben wir in Cafés oder Bäckereien gefrühstückt, was genial lecken war (frisch gepresster Orangensaft, Croissant, Butter, Käse, Marmelade und Cappuccino). Kosten etwa 6 Euro.

In Lissabon hast du Cafés ohne Zahl, jedes bietet super leckere Süßigkeiten an, so dass du schon beim Vorbeigehen zunimmst. Die Preise waren auch in Lissabon moderat.​

Der Abgesang

Für uns war Portugal ein traumhaftes ​Fahrrad-Reiseland. Rückblickend hat wirklich alles super gepasst. Transport - Wetter - Fahrrad-Fahren - Menschen - Campingplätze - Landschaft - Preise - alles fügte sich in ein cooles Gesamtbild. Portugal, wir sagen DANKE und wir kommen wieder.

Herzliche Grüße
Thomas

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Über den Autor

Da "draußen" sind so viele Menschen, die heute 45, 50 oder 60 Jahre alt sind. Sie alle haben so unendlich viel Lebenserfahrung angesammelt und doch sind viele müde geworden. Die ersten Zipperlein des "Alters" plagen, der Job nervt, sie sind ausgebrannt usw. Meine Vision ist es euch Ideen zu geben, mehr Power und Lebensfreude, Lust auf Neues zu wecken und den Mut, vielleicht doch die eine oder andere Veränderung anzugehen. Lasst uns eine Delle ins Universum schlagen...

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