Mein Langzeitprojekt – Der spanische Jakobsweg

Von Thomas | Aktivreisen

Mai 23

Der Camino Francès für mich? Jakobsweg Vorbereitungen

Aus dem Langzeitprojekt wird ​so langsam ernst. Ehrlich, geplanter Start ist der 1. Oktober dieses Jahres und das ist gar nicht mehr so weit hin. Die Jakobsweg Vorbereitungen dürfen jetzt so richtig anlaufen.

Weshalb will ich mir das antun? Was habe ich bisher für mein Projekt getan? Was liegt in der Vorbereitung noch so an?​ Was bedeutet dieses "Pilgern" für mich? Eine Rückschau oder der Blick nach vorn - lassen wir es einfach fließen...

Was bedeutet Pilgern für mich ganz persönlich?

Ganz ehrlich - ich werde nicht pilgern, um einem Gott zu gefallen, um meine Sünden erlassen zu bekommen, um irgendjemand oder irgendetwas gefällig zu sein. Ich würde mich auch nicht als gläubig im Sinne des Christentums bezeichnen. Obwohl ich den Gedanken, dass es da etwas Größeres gibt als mich, generell als uns Menschen, sehr gut annehmen kann. Nenne es Universum oder Seelengemeinschaft, egal. Ist auch ein klein wenig tröstlich.

​Sicher bin ich mir auch, dass ich nicht pilgern gehen werde, um mein Leben völlig neu zu be-greifen, alles umzuwälzen. Außerdem sind 58+ Jahre ein (sehr) später Zeitpunkt für eine Midlife-Crisis, oder? Naja, ich rechne schon auch damit, dass beim Laufen allein einige Gedanken hochkommen und vielleicht an Bedeutung gewinnen oder verlieren. Eine interessante Ansicht, dass ich diese Ansicht habe.

Pilgern Jakobsweg-Wegweiser

Ein paar gute Ansätze habe ich im Internet zum Thema gefunden. Beim Lesen habe ich festgestellt, es ist schon ein Mix an Beweggründen, die MICH zum Pilgern "rufen".​

Meine persönliche Motivation​ (cooles Wort)

​Persönlich glaube ich daran, dass wir Menschen (auch in Mitteleuropa) nicht diesen ganzen Firlefanz zum Leben benötigen, der uns so jeden Tag begleitet bzw. vorgegaukelt wird - Ich möchte Einfachheit erfahren.

Ja, für mich bin ich der "wichtigste" Mensch, nicht im Ego-Sinn (alles meine, alles für mich), sondern im Sinne von Eigenverantwortung  - Ich will in diesen Tagen komplett auf mich gestellt entscheiden.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich jeden Tag aufs Neue die Dinge des Lebens hinnehmen kann, um dann zu schauen, welches Geschenk sich dahinter verbirgt - Ich will mehr Demut erfahren.

Wie schwer fällt es mir oft, zu erkennen, wie ich über einen Tag beschenkt worden bin - Ich will mehr Dankbarkeit üben.

Fällt es dir leicht anzunehmen? Ich hadere oft mit mir. Ein Geschenk annehmen ohne Gegengeschenk, ein Lob annehmen ohne dem anderen sagen zu "müssen", dass er ja auch toll ist - Ich will mehr annehmen können, damit ich schenken lerne.

Kommunikation ist einer der Pfeiler der menschlichen Gesellschaft. Manchmal merke ich, wie viele Bewertungen und Beurteilungen ich in diese Kommunikation lege, das macht mich definitiv zu - Ich will mich üben, keine Ansichten über die Dinge mehr zu haben.

In der Stadt fühle ich mich sehr oft eingeengt und vielleicht sogar falsch, bin halt ein Landei - Ich will die Freiheit des Blickes erfahren.

Zwischendurch bzw. danach werde ich dir berichten, wie es damit "gelaufen" ist.

Der alte Narr - Pilgern-Jakobsweg

Was bisher war - die Vorbereitung

Wie du schon bemerkt hast, es ist kein wirklich spontaner Entschluss den Camino Francé zu laufen. Ehrlich gesagt begleitet mich dieser Gedanke schon ein paar Jahre. Ich habe immer gesagt "Ich würde gern der Jakobsweg laufen" - "Eigentlich müsste ich es jetzt machen" - "Ich glaube, das würde mir echt den Kopf frei machen". Und weißt du was - Ich habe es bis jetzt nicht getan, das ganze "müsste - sollte - hätte" hat mich nicht weitergebracht. Und irgendwie im Inneren entstand so etwas wie eine Traurigkeit - "Mensch Heise, bist du nicht in der Lage deinen Hintern zu bewegen, es endlich zu tun? Bist du es dir nicht wert?"

Haha, weißt du was dann wirklich passiert ist? Meine Frau sagte eines Tages im Frühjahr zu mir - "Sag mal, willst du den Jakobsweg nicht jetzt angehen, irgendwie passt es doch gerade?" Oh ja, unsere Frauen. Wenn wir Männer keine Frauen hätten, dann wäre es manchmal schlecht um uns bestellt. Nein, es ist schon ein Geben und Nehmen. Allerdings haben die Frauen sehr oft einen klareren Blick für die "wichtigen Dinge" im Leben. Dafür bin ich sehr dankbar!

Projekt Jakobsweg Camino Francés

Der erste Step war ein Treffen mit unserer Nachbarin, die den kompletten Jakobsweg 2015 gelaufen ist. Sie hat uns an einem Abend wirklich wertvolles Insiderwissen geschenkt, was mich noch mehr bestärkt hat. Ich habe jetzt einen riesen Ordner zu Hause mit ihren Informationen, super!

Dann habe ich mir gedacht, ich müsste mal probieren, wie weit kann ich ohne Vorbereitung mit kleinem Gepäck laufen. Am 21. Mai war meine Frau zum Seminar. Ich entschloss mich spontan von zu Hause (mitten in Dresden)​ nach Königstein immer an der Elbe lang zu laufen. Bis km 30 kein Problem, dann wurden die Beine schwer. Letztendlich waren es knapp 40 km.

Etwas später bin dann noch einmal 28 km und dann 26 km gelaufen. Das alles fühlt sich sehr gut an. Vorletztes Wochenende bin ich von Dresden nach Jonsdorf (Hütte DAV Zittau) über Bad Schandau ​und zwei Tage später wieder zurück mit dem Fahrrad gefahren. Das waren jeweils knapp 100 km mit einigen Höhenmetern. Am Samstag habe ich dort natürlich auch eine kleine Wanderung (20 km) gemacht...

​Soll der Jakobsweg eine sportliche Veranstaltung werden? Nein, absolut nein. Ich denke nur, es gibt mir einen Spielraum.

Dann habe ich mir ein paar neue Wanderschuhe gekauft. Da hatte ich eine echt interessante Erfahrung. Ich war mir unsicher betreffs der richtigen Größe, also habe ich sie ein paar Tage nur zu Hause getragen. Dann der Entschluss damit nach draußen zu gehen. An der Haustür hatte ich echt einen Flash. Nachdem ich die ersten Schritte auf der Straße gelaufen war, wurde mir blitzartig klar - Jetzt ist es 100% entschieden, jetzt gibt es kein Zurück mehr - das war echt krass. Ich dachte vorher gar nicht, dass ich es immer noch in Frage stelle, überhaupt loszumachen.​

Weißt du, wovor ich den größten Respekt in Bezug auf den Jakobsweg habe? Vor der täglichen engen Begegnung mit den anderen Pilgern in den Herbergen, den Nächten in den Schlafsälen und vielleicht auch vor den Begegnungen​ mit anderen Pilgern, die unter die Haut gehen.

Von der Nachbarin habe ich das Buch "Vom Schisser zum Glückspilz in sechsundzwanzig Etappen" (Maori Kunigo) geborgt bekommen​. Er hat es super gut beschrieben, sehr lebendig, sehr authentisch und er ist den Jakobsweg wirklich mit allen Facetten gegangen. Er ist nicht wie Hape Kerkeling in Hotels ausgewichen. Dies soll keinesfalls Kritik an Hape sein - Nein, das ist es, wovor ich auch etwas Bauchgrummeln habe. Vielleicht auch Schisser - Nun ich werde dir berichten.

Meinen Wanderführer habe ich gekauft. Auf Grund der tollen Rezessionen und​ der Bemerkungen von Maori in seinem Buch, habe ich mich für den Führer von Outdoor entschieden. Klar, nach der Reise werde ich auch dazu eigene Erfahrungen haben.

Jetzt steht noch an die Schuhe einzulaufen, ein paar kleine Dinge zu besorgen, zu komplettieren und vor allem den Transport zum Ausgangspunkt in St. Jean Pied de Port (Frankreich) zu buchen.​

Wie geht es jetzt weiter?

​Keine Ahnung, was ich bis zum Beginn noch mitzuteilen habe. Ich lasse es einfach mal auf mich zukommen, ja so ganz ohne Plan (auch eine Challenge...).

Bis demnächst, sei herzlich gegrüßt
der Thomas​

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Über den Autor

Da "draußen" sind so viele Menschen, die heute 45, 50 oder 60 Jahre alt sind. Sie alle haben so unendlich viel Lebenserfahrung angesammelt und doch sind viele müde geworden. Die ersten Zipperlein des "Alters" plagen, der Job nervt, sie sind ausgebrannt usw. Meine Vision ist es euch Ideen zu geben, mehr Power und Lebensfreude, Lust auf Neues zu wecken und den Mut, vielleicht doch die eine oder andere Veränderung anzugehen. Lasst uns eine Delle ins Universum schlagen...

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